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Xatar
Mit Xatar ist nicht gut Kirschen essen. Im Gegensatz zu vielen anderen ist er aber offenbar dumm genug, es nicht bei den drastischen Worten zu belassen.

Der Lebenslauf des Mannes, der am Heiligen Abend des Jahres 1982 als Giwar Hajabi im kurdischen Sine das Licht der Welt erblickt, liest sich wie eine Aneinanderreihung von Haftbefehlen.

"Manche Leute verstehen nur eine Sprache", erklärt Xatar im Interview. "Auf die Fresse." Diese Einstellung handelt ihm mehr als einmal Probleme ein. Zur Körperverletzung gesellen sich Vorwürfe wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Amtsanmaßung und schweren Raubes.

Dabei handelte es sich bei Xatar einmal um ein musikalisches Kind. Auf Druck des Vaters lernt er schon mit neun Jahren das Klavierspiel. Richtig packt ihn allerdings erst der Hip Hop: Dr. Dres "The Chronic" bildet seine Einstiegsdroge.

Zusammen mit den Kumpels Samy, Ssio und Maestro beginnt Xatar zu rappen - zunächst hobbymäßig. Erst mit der Zeit reift der Entschluss, selbst ein Label zu gründen - "um den ganzen Lümmels im Rap-Geschäft mal echte Verbrechermusik zu zeigen."

Zunächst landen diese Pläne jedoch auf Eis. Xatar wird wegen Drogenhandels per Haftbefehl gesucht und taucht in London unter. Erst 2007 erwirkt sein Anwalt wegen Mangels an Beweisen eine Aufhebung des Haftbefehls. Xatar kehrt nach Bonn zurück.

Nach seiner Rückkehr heißt es dann aber "Alles Oder Nix": Xatar gründet Alles Oder Nix Records und veröffentlicht 2008 sein ebenfalls "Alles Oder Nix" betiteltes Debüt. Die Labelarbeit lässt noch Zeit für Training, fürs Boxen und dummerweise auch für diverse zwielichtige Aktivitäten.

Im September 2009 wird Xatar in Los Angeles verhaftet. Er soll einer Frau bei einem Besuch in der Playboy Mansion die Nase gebrochen haben. Gegen eine Kaution von 50.000 Dollar kommt er frei. Es drohen jedoch mehrere Jahre Haft.

Noch ehe dieser Vorwurf weiter verfolgt wird, die neue Schlagzeile: Xatar wird im Zusammenhang mit einem schweren Raubüberfall gesucht. Im Dezember 2009 überfielen als Polizisten und Steuerfahnder verkleidete Männer einen Goldtransporter.

Vier der acht Täter werden gefasst. Xatar zählt nach Ansicht der Behörden zu den Drahtziehern des Coups. Von ihm, drei weiteren Männern (darunter Labelkollege Samy) und der Beute im Wert von 1,8 Millionen Euro fehlt jede Spur.

Es scheint, als bewahrheiten sich die Prophezeiungen aus "Meine Geschichte": " Ich will kein Wort mehr hören, ihr seid jetzt still. Ich piss' auf eure Köpfe, jeden Tag wie ich will." Tatsächlich verurteilt das Landgericht Stuttgart den Rapper zu acht jahren Gefängnis. Seine Erfahrungen im Knast verarbeitet er auf dem Album "Nr. 415". Read more on Last.fm. User-contributed text is available under the Creative Commons By-SA License; additional terms may apply.